So viele Nähte - Hilfe!


Kennen Sie das? Sie haben sich eine Nähmaschine gekauft, weil sie sich mehr Ihrem neuen Hobby, dem Nähen, widmen möchten. Ihre neue Maschine kann viel, so viel steht schon mal fest; sind doch jede Menge verschiedene Stiche in kleinen Bildchen abgebildet. Doch welcher Stich ist wofür geeignet?

Keine Panik - jetzt erst mal langsam und von vorne. Zuerst sollten Sie sich darüber klar werden, welche Funktion, also welche Aufgabe eine Naht hat. Dementsprechend wird dann der Stich ausgewählt. Eine Naht besteht nämlich aus mehreren aneinander gereihten Stichen, mehr ist eine Naht zunächst einmal nicht. Schauen wir uns also die wichtigsten Funktionen einer solchen Naht einmal genauer an:



1. Schließfunktion


Die bei Weitem am häufigsten anzutreffende Funktion einer Naht ist die, zwei Stoffstücke miteinander zu verbinden. Zum Beispiel werden das Vorderteil und das Rückteil beispielsweise eines Pullovers zusammengenäht. In der Fachsprache heißt das: „die Seitennähte und die Schulternähte werden geschlossen“. Deshalb spricht man in diesem Fall von einer Schließnaht. Die Naht hat die Aufgabe, ein Kleidungsstück (ein Täschchen oder was auch immer) zu schließen, deshalb heißt die Funktion Schließfunktion. Zwei Stofflagen werden rechts auf rechts aufeinandergelegt und mit gleichmäßigem Abstand zur Kante zusammengenäht. Meistens wird dafür ein ganz normaler Geradstich verwendet.



2. Versäuberungsfunktion


Eine weitere sehr häufige Funktion ist die des Versäuberns. Sie kennen das sicher: Sie freuen sich auf ihr neues Nähprojekt, schneiden die Teile dafür zurecht und stellen mit der Zeit unschöne Fransen an den Schnittkanten fest. Der Stoff franst mit der Zeit aus. Das sieht nicht nur unordentlich aus, sondern kann sogar dazu führen, dass ihr schönes genähtes Teil mit der Zeit an den Nähten kaputt geht, weil der Stoff sich in seine Bestandteile auflöst. Deshalb sollten Sie alle ihre Schließnähte grundsätzlich versäubern (es gibt Ausnahmen, auf die wir später noch zu sprechen kommen).

Zum Versäubern wird meist ein Zickzack-Stich verwendet und jede Stofflage wird einzeln damit abgenäht. Die Naht hat hier die Aufgabe, die frisch geschnittene Kante zu umschließen, so dass die abstehenden Fäden sich nicht weiter aus dem Stoff herauslösen können.



3. Kantenabschlussfunkion


Zugegeben, den Namen für diese Funktion habe ich mir selbst ausgedacht. Doch mit Kantenabschlüssen haben wir beim Nähen tatsächlich sehr viel zu tun und hier steckt das meiste fachliche Know-how drin. Mit Kantenabschlüssen sind Säume gemeint sowie Hals- und Armausschnitte. Bei „Kante“ denken wir diesmal nicht die Schnittkante einer einzelnen Stofflage, sondern an die Kante eines ganzen Kleidungsstückes. Kanten, die in Richtung Boden zeigen heißen Saum, Kanten in Richtung Arme und Kopf heißen Ausschnitt. Für einen einfachen, schlichten Saum kann man den Stoff zweimal einschlagen und mit einem Geradstich abnähen. Bei elastischen Materialien muss man allerdings tiefer in die Trickkiste greifen, damit der Saum bzw. Ausschnitt mitten in der Bewegung auch elastisch bleibt und nicht „kracht“.




4. Zierfunktion


Zu guter Letzt kann eine Naht auch die Funktion haben, ein Lieblingsstück aufzuwerten und zu verzieren. Und hier kommen nun die ganzen Stickstiche zur Anwendung, deren Vorschau wir auf unserer Nähmaschine schon bewundert haben. Sei es eine Blumenranke, eine Herzchen-Girlande, ein Zickzack- oder einfach nur ein Geradstich, mit dem wir unser selbstgenähtes Stück veredeln wollen: die Naht hat dann die Funktion unseren Saum, unseren Ausschnitt - oder was auch immer - zu verzieren.




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